Ist Heilsein auch gesund? Gesundheit heil?

Was ist heil?

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von Conny Dollbaum-Paulsen

Heil, Heilung, Heilsversprechen - der Begriff hat leider einen etwas merkwürdigen Beigeschmack, da scheint Sonderbares, unhaltbar Esoterisches durchzuschimmern, zumindest wird das schnell vermutet.

Der Begriff wird vom nächste Woche beginnenden Symposium HeilSein-HeilWerden als Titel benutzt, bei dem sich unterschiedliche Therapeut*innen und Lehrer*innen mit der Frage beschäftigen: Wie können wir heil werden ? WAs ist das überhaupt, Heil-Sein?

Heilnetz trägt das schwierige Wort ebenfalls im Namen, lesen Sie also einen Auszug dazu, warum das Heilnetz genau so, und eben nicht Gesundheitsnetz heißt.

Heil ist mehr als gesund

Das Wort Heil, mit dem viele Menschen ein wenig hadern, ist eigentlich eine sehr pragmatische Bezeichnung für einen Zustand, den wir alle anstreben: Wir wollen nicht nur gesund sein, sondern heil - besser gesagt: ganz, komplett, vollständig, insgesamt genau so, wie es sich in der Tiefe für uns persönlich richtig anfühlt.

Es gibt einen sehr schönen Buchtitel von Saki Santorelli, dem Mitbegründer des Achtsamkeitstrainings: Zerbrochen und doch ganz, der meine Idee von Ganzheit auf wunderbar poetische Weise formuliert. Menschen können sehr krank sein und sich dennoch auf gewisse Weise komplett und vollständig, und damit auch heil fühlen. Diese Betrachtungsweise mag ein wenig ungewohnt sein, aber sie klingt im Namen an. Heil-Sein hat für mich mit mehr mit Ganzheit zu tun, weniger mit dem beinahe oberflächlichen Begriff Gesundheit.

Mit Heilung hat der Begriff viel weniger zu tun als angenommen.

Heil werden kann ich durch Therapie und Gebet, durch guten Schlaf und viel Humor, durch die Entscheidung, ein gutes Leben zu leben, durch geliebte Liebe und Kunst, durch Leiden und Erfahrung, durch Yoga und Coaching, durch Homöopathie, gesundes Essen und ein gutes Buch.

Heil werde ich durch gelebtes Leben – und dabei können mir Therapeut*innen, Coaches, Berater*innen, Seelsorger*innen, Tai-Chi-Lehrer*innen sicher oft helfen. Sie stehen in diesem Sinne alle als Heil-Potenzial-Eröffner*innen zur Verfügung.

Heilsam, nicht unbedingt therapeutisch

Und so hat Heilnetz seinen Namen zu Recht: Denn hier finden sich Ärzt*innen, Heilpraktiker*innen, Coaches, Yoga-Lehrer*innen, Institute, Bioläden, ganzheitlich arbeitende Grafiker*nnen und viele mehr, die nicht im engeren Sinne Therapeuten sind oder ausgewiesen therapeutisch arbeiten. Die aber heil-sam wirken können, je nachdem, was sie den Menschen, die sie aufsuchen, an Impuls geben können.

Dass wir Heil-Sein und Therapie so eng miteinander verknüpfen, ist eine sehr moderne Sichtweise. In einer sehr technisierten Welt sind wir daran gewöhnt, nicht funktionierende Zustände schnell beheben zu wollen (das Können lässt allerdings auch da oft zu wünschen übrig). Wir denken, Leben sei linear, von A nach B gelebt, obwohl uns die tägliche Erfahrung eines Besseren belehrt. Wir suchen Reparatur, schnell und effektiv.

Mit Heilung hat das nichts zu tun - das wussten alle Weisen zu allen Zeiten besser als wir heute. Heilung ist nämlich selten linear, eher mäandernd, auch schicksalhaft, unlogisch, sprunghaft, voller Wunder, selten machbar, aber immer möglich. Gesundheit funktioniert, Heilung lebt, Gesundheit ist fit, aktiv und erstrebenswert, Heilung ist weiter, wächst über bewegliche Knie und sportliches Laufen weit hinaus.

HeilSein-HeilWerden Symposium mit interessanten Speakern

Rupert Weis hat für das Symposium HeilSein-Heilwerden mit viel Engagement sehr interessante, berühmte (Veit Lindau, Rüdiger DahlkeSabine Lichtenfels, Sukadev Bretz , Annette Kaiser, u.v.a.) und auch gänzlich unbekannte Menschen zusammengebracht, die sich dem Begriff des Heil-Seins auf verschiedenen Ebenen annähern. Es gibt bereits interessante Video-Auschnittte, viele Informationen zu den einzelnen Speakern und insgesamt eine spannende Seite zu diesem großen wichtigen Thema.

Die Startseite des Symposiums mit allen Informationen: heilsein-heilwerden.com

 

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